Foto © APAJohanna Ernst

Bis zu ihrem ersten Weltmeistertitel ging es für Johanna Ernst nur bergauf. Seither hat die Sportklettererin einige Rückschläge hinnehmen müssen. Bei der Kletter-WM in Italien soll sich das wieder ändern.

Bis zu ihrem ersten Weltmeistertitel im Jahr 2009 legte Johanna Ernst eine Bilderbuchkarriere hin, die sie zum Aushängeschild im Sportklettern werden ließ. Sie war Jugend-Weltmeisterin 2007, die jüngste Europameisterin der allgemeinen Klasse mit 15 Jahren, die jüngste Gesamtweltcupsiegerin und dann eben mit 16 die jüngste Weltmeisterin. Zum Drüberstreuen gewann sie vor zwei Jahren auch zum zweiten Mal den Weltcup.


Doch im Vorjahr zog sich die Österreicherin - sie lebte jeweils einige Jahre in Salzburg, Kärnten, der Steiermark und in Tirol - eine langwierige Verletzung im linken Sprunggelenk zu. Nachdem die 18-Jährige trotz geringen Trainings noch rasch den zweiten Platz bei der Heim-EM in Imst abgeräumt hatte, musste sie operiert werden. Gerade als sie wieder fit wurde und endlich wieder voll trainieren konnte, streikte dann das andere Sprunggelenk.

Erst vor einer Woche konnte die frischgebackene Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich - verliehen von Landeshauptmann Franz Voves - beim heurigen Weltcup-Auftakt in Chamonix ihr Wettkampf-Comeback geben. "In der Qualifikation bin ich gleich bis zum Top durchgeklettert. Im Halbfinale hat es dann leider geregnet, daher konnte ich mich nicht fürs Finale qualifizieren", sagt Ernst.

Zuversicht

Dennoch ist sie zuversichtlich, gute Chancen zu besitzen, ihren WM-Titel (wird nur alle zwei Jahre vergeben) zu verteidigen. An den Austragungsort Arco am Gardasee hat sie gute Erinnerungen, denn dort gewann sie 2008 das Rockmaster, eine der wichtigsten jährlichen Sportkletter-Veranstaltungen. Favoritin ist aber Angela Eiter. Die Europameisterin aus Tirol hat den Weltcup in Chamonix gewonnen.

Abseits des Trainings gibt es für Johanna einiges zu tun. Sie absolviert die Abendschule in Graz.

Die Akademie wächst

Daheim in Mitterdorf im Mürztal wächst die Kletter-Akademie. "Mitte November wird die Eröffnung sein, noch heuer gibt es mit dem Austria-Cup den ersten Wettkampf", sagt Vater Robert Ernst, Präsident des steirischen Wettkletterverbandes, künftiger Akademieleiter und auch Johannas Coach.

Mit dem österreichischen Verband liegt er nach wie vor im Clinch, versucht aber seine Tochter hinauszuhalten. "Hanna soll sich auf das Training konzentrieren, wir vom Verband kümmern uns um das Politische", sagt er.

RAIMUND HEIGL